Gemeinsam ermöglichen wir mit Bürgeraktien ökologische, regionale Lebensmittel von Hof und Acker der Bauern auf den Teller.

IGW Berlin: BÖLW-Empfang, “Wir haben es satt!” und “Land Schafft Verbindung!”

Versammelt, die europäische Agrarpolitik beim BÖLW-Empfang Bild: BÖLW

Da waren wir dabei: Bio im Rampenlicht der Politik. Auf der größten Ernährungsmesse der Welt lud der Bundesverband Ökologischer Lebensmittelwirtschaft am 17. Januar Bio-Bauern, Öko-Hersteller und -Händler, Akteure aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft ein, um mit ihnen über die Zukunft von Landwirtschaft und Ernährung ins Gespräch zu kommen. Einen Tag später waren wir bei der “Wir haben es satt Demonstration!” mit 17.000 Menschen dabei. Erstaunlich nah beieinander zeigen sich im Interview von Agrarheute “Wir haben es satt!” und “Land Schafft Verbindung!”

Viel Zuspruch für Biolandwirtschaft hörten die mehr als 700 Gäste des BÖLW Empfangs in Berlin in den Redebeiträgen von Janusz Wojciechowski, EU-Agrarkommissar (er träumt von 100% Bio-Landwirtschaft in der EU) Julia Klöckner (stellte mehr Förderungen für Bio bereit), Bundeslandwirtschaftsministerin, Reinhold Jost, Landwirtschaftsminister des Saarlands (mit 16,5% Fläche in 2018 biologisch bewirtschaftet, bestes Bundesland in Deutschland, zum Vergleich ist NRW mit 5,9% vorletzter im Ranking) und derzeitiger Vorsitzender der Agrarministerkonferenz sowie Axel Vogel, Landwirtschaftsminister Brandenburgs zum ‘New Green Deal’ der EU-Kommission.

Felix zu Löwenstein machte auf AgroForst und Market Garden Systeme aufmerksam. Er betonte, dass zwei Drittel der Menschheit von Kleinbauern ernähert werden, oft hocheffizient und mit erstaunlich wenig fossiler Energie. Er lobte Ansätze der intensiven ökologisch-regenerativen Arbeitsweise, die Bodenfruchtbarkeit, Tierwohl, hohe Erträge pro Hektar Fläche und auch ein gutes Einkommen sicherstellen kann.

Bei der Demonstration “Wir haben es satt!” am 18.01.2020 wurden Rekorde gebrochen, mehr Landwirte mit Treckern als jemals zuvor und mehr als 17.000 Menschen machten auf eine verfehlte Agrarpolitik aufmerksam, die familiengeführte, vielfältige Betriebe benachteiligt und intensive Agrarstrukturen und internationalen Handel überproportional fördert.

Es geht um Respekt, Wertschätzung, angemessene Preise, aber auch um Klimaschutz, Artenvielfalt und Ressourcenschutz. Dabei sind die Kontrahenten der Treckerdemos “Wir haben es satt!” und “Land schafft Verbindung!” erstaunlich nah beieinander, wie das Kurz-Interview auf der Demo von Agrarheute zeigt. Nur eben nicht bei ökologischen Aspekten. Wichtig ist die Existenz der Landwirte zu schützten – aber auch die der kommenden Generationen.

„Wir haben es satt“ vs. „Land schafft Verbindung“ 9 Fragen an einen WHES-Protestler (links) und LsV-Anhänger (rechts) zeigen, dass die Unterschiede gar nicht so groß sind! 🤗

Gepostet von agrarheute am Samstag, 18. Januar 2020