Gemeinsam ermöglichen wir mit Bürgeraktien ökologische, regionale Lebensmittel von Hof und Acker der Bauern auf den Teller.

Start der Regionalwert-Kampagne „Was ist es dir Wert“

Das bundesweite Regionalwert Netzwerk ruft auf zu nachhaltigem Einkauf! 
regional.bio.fair. – www.wasistesdirwert.bio

Multiple Krisen gefährden die Existenzgrundlage regionaler Bio-Betriebe – obwohl ihre Erzeugnisse relativ preisstabil sind Regionaler Bio-Einkauf eine Investition in Daseinsvorsorge ist.

In Videobotschaften wenden sich Regionalwert-Partnerbetriebe an die Verbrauchenden. Sie äußern sich in einem Video, wie sie mit ihren nachhaltigen Leistungen zur Lösung der aktuellen Krisen beitragen und dass sie dafür Kunden brauchen.

Denn so lange die Milliarden schweren Agrar-Förderungen nicht an nachhaltige Leistungen gebunden und Kosten auf die Gesellschaft übertragen werden (Wasserreinigung. Antibiotikaresistenzen) wird nachhaltiges Wirtschaften immer ein Wettbewerbsnachteil bleiben. Im Regionalwert-Netzwerk nehmen wir es selbst in die Hand und setzten auf Bürger:innen, die Geld für eine Umstellung des Systems zur Verfügung stellen und nachhaltig einkaufen.

Schirmdame der Kampagne ist Tina Andres, Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft, unterstützt wird die Kampagne vom Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft BNW e.V, Bioland NRW, Demeter NRW, Biokreis NRW, der Regionalbewegung NRW, dem Kölner Ernährungsrat und vom Fairbio Verein – viele weitere Unterstützer:innen sind angefragt.

Dr. Katharina Reuter, Geschäftsführerin BNW e.V.: „Mindestens 3x am Tag können wir entscheiden, welche Landwirtschaft wir wollen. Denn mit jedem Einkauf, jeder Mahlzeit haben wir es in der Hand! Der BNW steht seit 30 Jahren für eine ökologische Landwirtschaft ohne Gentechnik, für eine regionale bäuerliche Struktur der Betriebe. Daher unterstützen wir diese Kampagne der Regionalwert AGs!“

Die Kampagne ist gestartet, sie wird bis mindestens zur BioFach 2023 fortgeführt. Wir rufen alle Personen, Initiativen und Betriebe auf, sich uns dem Aufruf zu nachhaltigem Einkauf anzuschließen. Videobotschaften, Zitate, Fotos – gerne an uns schicken und in den Social Media Kanälen Beiträge teilen und verlinken! #wasistesdirwert

Hintergrund

Regional ökologische Landwirtschaft wird von allen Klimainitiativen (IPCC, Potsdam Institut, FAO, UN, Bundesregierung und NRW 30% bis 2030) gefordert, doch die Fördermilliarden von EU und BUND unterstützen weiter den konventionellen, globalen Agrobusiness – ohne Rücksicht auf die verheerenden Folgen wie die Zerstörung von Regenwäldern, Bodenfruchtbarkeit, Artenvielfalt und Ernährungssicherheit.

„Solange Strukturen wie Flächenprämien und Kosten zu externalisieren so bleiben (siehe z.B. Wassereinigung und Antibiotika-Resistenzen), sind nachhaltige Leistungen ein Nachteil im Wettbewerb – und nachhaltiges Wirtschaften wird sich nicht durchsetzen können.“ so Dorle Gothe, Vorstand der Regionalwert AG Rheinland. Dabei geht es anders. Die Regionalwert-Leistungsrechnung (www.regionalwert-leistungen.de) des Gründers der Regionalwert-Idee Christian Hiss, zeigt, dass anhand von betrieblichen Daten nachhaltige Leistungen durch ein Fördersystem gerecht honoriert werden können.

Das bundesweite Regionalwert Netzwerk ruft auf zu nachhaltigem Einkauf

Neun gegründete Regionalwert-Bürgeraktiengesellschaften sowie weitere Gründungsinitiativen rufen bundesweit Verbrauchende auf, regional.bio.fair. einzukaufen. „Wir nehmen es selbst in die Hand: Insgesamt über 5.000 Aktionär:innen der Regionalwert AGs fördern mit insgesamt 18 Mio. Euro regionale Biobetriebe durch finanzielle Beteiligungen und ein regionales Partnernetzwerk“, so Stefan Gothe, Geschäftsführer der Regionalwert Impuls GmbH, der Dachorganisation der Regionalwert AGs. 

https://www.youtube.com/watch?v=qmCgUJi17pE

Die Regionalwert AG Rheinland

Im Rheinland sind 45 Partnerbetriebe in einem kooperativen Netzwerk verbunden, knapp 1.000 Aktionär:innen haben zur Verfügung 3,2 Mio. Euro gestellt, um Lücken wie regionale Verarbeitung und neue Biobetriebe zu fördern. In 16 Beteiligungen ist dies schon gelungen. „Transformation braucht Kapital, insbesondere in der Landwirtschaft. Einen neuen Hof zu gründen kostet viel Geld, auch die Umstellung ist mit hohen Kosten verbunden – bei derzeitigen Preisen und Einkaufsverhalten ist das kaum zu erwirtschaften“, so Dorle Gothe weiter.

Regionalwert Partner Bernd Schmitz, Hanfer Hof

Start der Kampagne war am 2. November 2022 bei Regionalwert Partner Bernd Schmitz auf dem Hanfer Hof in Hennef. Mit einer Solidarischen Landwirtschaft sichert er das Einkommen seines Betriebes, ihn schmerzt als Gründungsmitglied der Upländer Bauermolkerei, wie sehr der Rückgang des Umsatzes im Bio-Fachhandel und der Preisdruck im Lebensmitteleinzelhandel die Biopreise drückt. Dabei sind Bioprodukte im Biohandel und auf Höfen oft billiger als im LEH (Edeka, REWE, Aldi und Lidl etc.). Mit seiner Nachfolgerin Hannah setzt auf vielfältige nachhaltige Leistungen wie den Aufbau der Bodenfruchtbarkeit, Artenvielfalt, Zweinutzung bei den Rindern, direkte Vermarktung an eine Gemeinschaft.

MULTIPLE KRISEN GEFÄHRDEN REGIONALE BIO-ERZEUGUNG

Bio-Betriebe ackern seit Jahrzehnten für eine nachhaltige Land- und Ernährungswirtschaft. Angesichts multipler Krisen – Klima, Corona, Ukraine-Krieg – stehen aber auch sie vor Problemen. Dürre, Inflation, Energiepreise und Fachkräftemangel bedrohen ihre Produktion. Die Regionalwert AG Rheinland stellt deshalb in einer Kampagne die Frage, was den Menschen nachhaltig erzeugte Lebensmittel wert sind. Sie fordert sie auf, gerade jetzt regionale Bio-Lebensmittel zu kaufen. Denn nur mit ausreichender Nachfrage kann die Transformation gelingen.

Unternehmen von der Erzeugung über die Weiterverarbeitung bis hin zum Handel verzeichnen Umsatzrückgänge von 20 bis 30 Prozent im Vergleich zu 2019. Besonders zu schaffen macht den Betrieben der Anstieg der Energiepreise in Verbindung mit starken Schwankungen des Einkaufverhaltens und Ernteausfällen.
Allein die hohen Energiepreise führen zu doppelten Problemen, sagt Stefan Gothe, Geschäftsführer der Regionalwert Impuls GmbH (Dachverband der Regionalwert AGs): „Einerseits steigen die Produktionskosten der Betriebe. Andererseits greifen Verbraucherinnen und Verbraucher vermehrt zu

REGIONALE BIO-ERZEUGNISSE TENDENZIELL PREISSTABILER

„Das Paradoxe: Konventionelle Lebensmittel und Discounter-Bio-Produkte steigen teilweise massiv im Preis, während regionale Bio-Erzeugnisse tendenziell preisstabiler sind. Regionale Bio-Erzeugnisse sind im Vergleich also häufig sogar erschwinglicher geworden“, sagt Stefan Gothe. Dennoch griffen Verbraucher:innen zu vermeintlich günstigeren Alternativen – in der Annahme, bio-regional sei teuer.

FOLGEN DES KLIMAWANDELS DEUTLICH SPÜRBAR
In diesem Jahr schlagen zudem die Folgen des Klimawandels spürbar zu. Stefan Gothe: „Dürren und andere Extremwetterlagen zerstören die Ernten. Wer diesen Sommer auf den Weiden und Feldern war, konnte deutlich sehen: Hitze und Wassermangel sorgten für ausgetrocknete, harte Böden und braune Flächen – zum fünften Mal in Folge laut Aussage der Regionalwert-Landwirt:innen.“

„WAS IST ES DIR WERT?“: KAMPAGNE STARTET ANFANG NOVEMBER
Um auf die Probleme aufmerksam zu machen und Lösungsideen zu zeigen, startet die Regionalwert AG Rheinland gemeinsam mit anderen Regionalwert AGs aus den Regionen, Münsterland, Bremen/Weser-Ems, Berlin, Bodensee-Oberschwaben, Hamburg und Freiburg Anfang November eine Kampagne.
Unter dem Titel „Was ist es dir wert?“ richten sich Landwirt:innen, Gründer:innen, Händler:innen, Weiterverarbeiter:innen und Aktionär:innen aus den Netzwerken der Regionalwert AGs mit kurzen Video-Botschaften direkt an Verbraucher:innen. Sie bringen auf den Punkt, wie die aktuelle Situation in ihrem Betrieb ist und welche Unterstützung sie jetzt brauchen.

JEDER REGIONALE BIO-EINKAUF IST EINE INVESTITION IN DIE DASEINS-VORSORGE
Stefan Gothe: „Die Umsätze zu steigern ist aktuell am wichtigsten für die Betriebe. Denn der Verkauf der eigenen Produkte ist die schnellste und gesündeste Finanzierung für Leistungen mit gesellschaftlichem Mehrwert. Der regelmäßige Kauf regionaler Bio-Produkte stärkt die Wertschöpfung vor Ort – und ist damit eine Investition in die regionale Daseinsvorsorge. Das Geld sorgt für Umwelt-, Tier- und Naturschutz, für Vielfalt und faire Bezahlung. Gerade in Krisenzeiten ist es wichtig, auf regionale Erzeugnisse zu achten, um Strukturen zu erhalten und den Wandel hin zu mehr Nachhaltigkeit und Ernährungssouveränität zu ermöglichen.“

Die Regionalwert AG Rheinland ist überzeugt: Jedes ökologische Produkt, das verantwortungsvoll in der Region erzeugt wird, trägt besondere Nachhaltigkeitsleistungen in sich, auch wenn diese nicht sofort sichtbar sind. Bodenfruchtbarkeit, Biodiversität, Klima und Wasser, Tierwohl, Fachwissen, Gleichstellung, faire Beschäftigungsverhältnisse, regionale Wirtschaftskreisläufe, Vernetzung – Leistungen, die über unsere lebenswerte Zukunft entscheiden und damit hohen Wert haben.