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Weltbodentag online mit Haus Bollheim, Stiftung Lebensraum (angefragt) und dem Hanfer Hof

5. Dezember 2020 11:00 - 12:00

Unseren Boden gilt es zu schützten, im dicht besiedelten Rheinland vor allem vor Bebauung, aber auch vor Erosion und dem Verlust von Bodenfruchtbarkeit. Denn fruchtbarer Boden wird weltweit immer knapper. Zum Weltbodentag 2014 mahnte die FAO, dass der Menschheit vielleicht nur noch 60 ausreichende Ernten für die Weltbevölkerung bleiben, wenn bisherige Landbewirtschaftungspraxis beibehalten und die Bodenerosion auf Ackerflächen wie gehabt weitergeht.

Auf Haus Bollheim wollen wir uns daher an einem Kompost(Mist)stall beteiligen, der einen gro0ßen Beitrag zur Bodenfruchtbarkeit leistet, Humus Aufbaut und vielfältige weitere Leistungen für die Kühe bereit hält – mit der StiftungLebensraum ein Bodenfruchtbarkeits-Zentrum im Rheinland fördern und durch HUMUS-Zertifikate CO2 im Boden binden – und die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft NRW hat die Landesregierung zum Letzen Weltbodentag angemahnt, mehr für den Schutz landwirtschaftlicher Böden zu tun, statt weniger! Vorsitzender in NRW Bernd Schmitz (Regionalwert-Partner) vom Hanfer Hof hat im GemüseSoLaWi schon Humus aufgebaut und will noch mehr tun.

Noch wissen wir wenig über diesen komplexen Organismus, der in 1 m² Bodenkrume mehr Lebewesen beherbergt, als Menschen auf der Erde leben.

Wir freuen uns auf eine spannende Stunde mit:

  • Joachim Böttcher (angefragt), Stiftung Lebensraum – Boden gut machen, Humusinititive (Experte für Bodenfruchtbarkeit, Terra Preta, Agroforst und Humuszertifikate)
    Angebote der Stiftung Lebensraum – Bodenfruchtbarkeitszentrum, begleitendes Coaching für die Landwirte und Humus-Zertifikate
  • Hans v. Hagenow, Haus Bollheim
    220 ha Demeter Betrieb, vielseitig mit Kühen, Hühnern, Gemüse- und Ackerbau, Käserei und Bäckerei, Regionalvermarktung, 80 Menschen in Arbeit
    Vielfältige Maßnahmen zur Bodenfruchtbarkeit (Kleegras, Zwischenfrucht, Mist, organisches Material, möglichst wenig pflügen, weite Fruchtfolge, vielseitiger Anbau, Heckenlandschaft)
    Kompoststallprojekt inkl. Mistplatte mit der Regionalwert AG
  • Bernd Schmitz, Landesvorsitzender der AbL NRW, Demeter Hanfer Hof
    Milchvieh und Gemüse SoLaWi, Mitglied bei der Upländer Bauernmolkerei, Humusaufbau im Gemüseanbau
    Stellungnahme der AbL zum NRW Landesentwicklungsplan 2019:„Nicht weniger – mehr Bodenschutz in NRW!“ https://www.regionalwert-rheinland.de/weltbodentag-bodenschutz-in-nrw/

 

Weitere Informationen:

Bodenatlas der Heinrich Böll Stiftung, Weltagrarbericht, Bodenerosion und Bodenfruchtbarkeit

Die 4-Promille-HUMUS-Initiative „Böden für Ernährungssicherung und Klima“ – 1,5 Grad Ziel erreichen durch Humusaufbau weltweit beim Klimagipfel in Paris 2015
eine wissenschaftliche Bewertung für Deutschland

 

Informationen von der Webseite des Weltagarberichts:

“Fakten & Zahlen 

Mehr als 24 Milliarden Tonnen Boden gehen weltweit jedes Jahr durch Erosion verloren – das sind jährlich mehr als 3 Tonnen Boden je Erdbewohner!

Etwa 970 Millionen Tonnen fruchtbarer Boden gehen in der Europäischen Union jedes Jahr durch Wassererosion verloren – genug Erde, um die gesamte Stadt Berlin einen Meter anzuheben.

Die Kosten der Bodendegradation belaufen sich weltweit auf 6,3 bis 10,6 Billionen US-Dollar jährlich – etwa 10 bis 17% der Weltwirtschaftsleistung. Denn die Bodenzerstörung verursacht Verluste an Ökosystemleistungen durch Landressourcen, z.B. für die Lebensmittelproduktion, Nährstoffkreisläufe und Wasserfiltration oder für das Klima aufgrund der Bedeutung von Böden als Kohlenstoffsenke.

Etwas weniger als 10% des Ackerlandes der Erde liegen in China, doch die Volksrepublik verwendet etwa ein Drittel des Kunstdüngers weltweit. Chinas Getreideproduktion hat sich zwischen 1980 und 2008 um das 1,5-fache vergrößert. Während sich die Ackerlandfläche dabei stetig verringert hat, verdreifachte sich der Düngemitteleinsatz.

Während der letzten 60 Jahre hat sich die Siedlungs- und Verkehrsfläche in Deutschland mehr als verdoppelt. Im Jahr 2014 wurde täglich eine Fläche von 69 Hektar neu ausgewiesen – meist zulasten der Landwirtschaft und fruchtbarer Böden. Das entspricht etwa der Größe von 100 Fußballfeldern. Das Ziel der Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie, bis 2020 die Neuinanspruchnahme von Flächen für Siedlungen und Verkehr auf 30 Hektar pro Tag zu verringern, rückt in weite Ferne.

Etwa 98% des Kalorienverbrauchs in Afrika stammt von lokalen Böden. Diese speichern ca. 200 Gigatonnen organischen Kohlenstoff – 2,5-mal so viel, wie die Pflanzen des Kontinents enthalten.

Landwirtschaftliche Kleinbetriebe kommen mit Dürre besser zurecht als die großindustrielle Landwirtschaft. Dies ergab eine in Uganda durchgeführte Studie. Kleinbäuerliche Initiativen zum Schutz der Landschaft und ein reduzierter Pestizid-Einsatz führten zu einer Verringerung der Kosten und des Wasserverbrauchs, während sich Ernteerträge und die Bodenqualität verbessern.

Greenpeace Report „Feeding the Problem“

Auf mehr als 70 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen in der EU wächst Tierfutter. Die Betriebe, die diese insgesamt 125 Millionen Hektar bewirtschaften, erhalten rund 30 Milliarden Euro von der EU. Jeder fünfte Euro des gesamten EU-Budgets fließt also in die Produktion von Futter für Rinder, Geflügel und Schweine.

 

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Datum:
5. Dezember 2020
Zeit:
11:00 - 12:00